Ausgewählte Themen - Brundibár

Die Kinderoper Brundibár wurde 1938 von Hans Krása (Musik) und seinem Freund Adolf Hofmeister (Text) geschrieben. Beide waren tschechische Staatsbürger jüdischer Abstammung, wodurch sie nach Kriegsbeginn zu Opfern der nationalsozialistischen Massenvernichtung der Juden (siehe Holocaust) wurden.

 

Das Stück handelt von den beiden Geschwistern Aninka und Pepícek, die für ihre kranke Mutter Milch holen wollen. Da sie kein Geld haben, bekommen sie nichts. Auf dem Marktplatz bieten der Eisverkäufer, der Bäcker und der Milchmann ihre Waren an. Ein Polizist erklärt den Kindern, dass nur der Geld bekommt, der auch dafür arbeitet. Da sehen die beiden den Drehorgelspieler Brundibár, der für sein Spiel von den Erwachsenen Geld erhält. Die beiden beschließen, es ihm nachzumachen und singen ein Lied, doch Brundibár vertreibt sie.

Da kommen der Spatz, die Katze und der Hund und gemeinsam mit den Kindern aus der Nachbarschaft helfen sie Aninka und Pepícek, indem sie mit ihnen gemeinsam singen. Die Passanten sind gerührt und geben ihnen Geld. Brundibár versucht vergebens, dem Singen der Kinder ein Ende zu machen. Schließlich schleicht er sich heran und stiehlt ihnen das Geld in einem unbeobachteten Moment. Aber alle Kinder und die Tiere tun sich zusammen, nehmen die Verfolgung auf und jagen es ihm wieder ab. Die Oper endet mit dem großen „Freundschaftslied“, mit dem der Triumph über den bösen Brundibár gefeiert wird.

 

Die Uraufführung fand 1942 heimlich und leise in einem jüdischen Waisenhaus in Prag statt, da Juden das öffentliche Aufführen verboten war. Zu diesem Zeitpunkt war Krása bereits im KZ Theresienstadt inhaftiert.

Nachdem auch die Bewohner des Waisenhauses dorthin deportiert worden waren, wurde Brundibár in einer etwas veränderten Fassung neu einstudiert und hatte am 23. Oktober 1943 in Theresienstadt Premiere.

Der Inhalt der Oper machte allen Mitwirkenden Mut, sie zogen daraus die Hoffnung auf bessere Zeiten; interpretierten den Sieg über den Drehorgelspieler Brundibár als Sieg des Guten über das Böse.

Das Stück wurde bis 1944 mehr als fünfzig Mal aufgeführt. Alle Rollen mussten mehrfach besetzt werden, da immer wieder Transporte ins Vernichtungslager Auschwitz abgingen und fast alle der Kinder dort den grausamen Tod fanden.

 

Die nationalsozialistische Propaganda nutzte das Stück für ihre Zwecke und präsentierte es nicht nur bei einem Besuch des Internationalen Roten Kreuzes, sondern auch in dem scheinheiligen Film Der Führer schenkt den Juden eine Stadt, der 1944 in Theresienstadt gedreht wurde und dem deutschen Volk vor Augen halten sollte, dass es den Juden im "Lebensraum Ost" - entgegen der Gerüchte um Massenvernichtung - doch sehr gut ginge.

 

Mich hat Brundibár bereits zu Schulzeiten sehr bewegt, nicht zuletzt weil wir das Stück im Rahmen einer Gedenkverstaltung selbst aufgeführt haben. Das seltsame Gefühl, das man dabei bekommt, wenn man die Geschichte des Stückes, des Komponisten und der damaligen Besetzung im Hinterkopf behält, hat mich nicht losgelassen - und dazu gebracht, dieses Stück Zeitgeschichte in meinem Roman Draußen war ein schöner Tag zu würdigen.

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